Energiebeauftragte für Afrika

Energiebeauftragte für Afrika

Seit dem 1.11.2017 arbeite ich zusammen mit Josef Göppel als Energiebeauftragte des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Afrika.

Warum machen wir das?

Auf der Klimakonferenz in Paris wurde beschlossen, die Klimaerwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sogar unter 1,5 Grad zu kommen. Dazu müssen alle Staaten nationale CO2 Klimaschutzbeiträge vorlegen und erfüllen. Mit den bisher vorgelegten nationalen Plänen befinden wir uns aber erst auf einem 3 Grad Erwärmungspfad. Alle Beteiligten müssen also ehrgeiziger werden. Im Strom-, Verkehrs- und Wärme/Kühlungsbereich sind konkrete Veränderungsschritte nötig. Bei einem weiter so wie bisher haben wir das verbliebene CO2 Budget für das 1,5 Grad Ziel schon in wenigen Jahren aufgebraucht, das 2 Grad Budget in unter 20 Jahren.

Weil die Kohleverfeuerung dabei das größte Problem im Strombereich ist, müssen die Industrieländer in den nächsten Jahrzehnten aus der Kohle aussteigen. Die Länder des Globalen Südens dürfen die Fehler des Nordens nicht wiederholen und sollten ihren wachsenden Energiebedarf möglichst direkt mit Erneuerbaren Energien decken und das Kohlezeitalter überspringen.

Was ist unsere Aufgabe?

Josef Göppel und ich sollen nun unsere Erfahrungen und unsere Kontakte auf ehrenamtlicher Basis einbringen, um Länder in Afrika bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Eingebettet ist unsere Tätigkeit natürlich in die der GIZ und KfW.

Unser Auftrag besteht darin, insbesondere Erneuerbare Bürgerenergie in Afrika zu fördern und Grüne Energie in Afrika aufzubauen. Dezentrale Bürgerenergie wurde in Deutschland von über 1.000 Energiegenossenschaften auf den Weg gebracht, 1,5 Millionen Menschen wurden in Deutschland Teil der Energiewende als Prosumer (Produzenten und Konsumenten von Strom). Diese Bewegung soll uns bei unserer Arbeit gute Impulse geben. Wir wollen Partnerschaften und Zusammenarbeit mit EineWeltGruppen und Energiegenossenschaften aus Deutschland anregen.

Durch die Klimakonferenz in Paris und die Agenda2030 Konferenz mit den 17 Nachhaltigkeitszielen in New York im Jahre 2015 ist die Arbeit der Klima-und Energiefachleute und die der Experten für Entwicklungszusammenarbeit stärker zusammengerückt. Wir habe mit den Projekten nur Erfolg, wenn wir auch soziale und wirtschaftliche Gegebenheiten berücksichtigen. Dazu gehört z.B. die Investitionen in Erneuerbare Energien mit entsprechender Ausbildung der Bevölkerung zu verbinden, die Einbindung der Frauen in diese Projekte zu unterstützen und einen besseren Lebensstandard für die beteiligten Menschen zu erreichen.

Die Klimakrise muss nach der Pariser Klimakonferenz konkret angepackt werden. Es ist Zeit zu handeln. Wir haben nur eine Erde, die gilt es zu bewahren.