24.08.2009

Studie: Unzureichende Senkungen beim Gaspreis

Die Ergebnisse der Studie:

     

  • Seit Anfang des Jahres hätten die Gaspreise bis zum August um rund 32% aufgrund der Berechnungen in diesem Gutachten fallen müssen.
  • Laut den von der Fa. VERIVOX bereitgestellten Daten belaufen sich die tatsächlichen Senkungen aller Gasversorger hierzulande im Durchschnitt bislang aber nur auf rund 17 % (bis Ende des 3. Quartals).
  • Somit wird der beschriebene Trend aus der 1. Gaspreisstudie vom April, dass die Versorger nur rund die Hälfte der gesunkenen Einkaufspreise an die Kunden weitergeben - zumindest bis zum 3. Quartal 2009 bestätigt.
  • Der beschriebene, bis zum Spätsommer zu beobachtende Trend schwächt sich bei der Einbeziehung des 4. Quartals allerdings ab:
  • Durch die stark gestiegenen Ölpreise im 2. Quartal 2009 wären sogar niedrige Preiserhöhungen im unteren einstelligen Prozentbereich ab dem 1.Oktober vertretbar.
  • Aufgrund der jedoch mangelnden Senkung in den ersten drei Quartalen 2009 ist der Verzicht der meisten Versorger auf entsprechende Erhöhungen absolut angemessen.
  • Auf das gesamte Jahr gerechnet ergeben sich damit folgende Werte:
  • Zum Beginn der Heizperiode 2009 (1.10) sind gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 (4. Quartal 2009 gegen Q4 08) ca. 27% niedrigere Preise als im Oktober 2008 angemessen.
  • Insgesamt sind die Preise zum Beginn der Heizperiode 2009 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 (Q4 09 gegen Q4 08) nur um ca. 20% statt der ermittelten ca. 27 % gesunken.
  • Die Gasversorger geben im Durchschnitt für das Gesamtjahr 2009 nach dem derzeitigen Stand der Veröffentlichungen etwas weniger als ein Drittel der angemessenen Preissenkungen nicht weiter.
  • Damit verbleiben gut 7 % entsprechend ca. 0,4-0,5 Cent/kWh als ungerechtfertigter Mehrerlös bei den Gasversorgern, was in etwa 80-90 EUR/a und Haushalt entspricht.
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Ich meine dazu:

Viele Kunden zahlen immer noch zu viel für ihr Gas, weil die Bundesregierung ähnlich wie beim Strommarkt die Auseinandersetzung mit den großen Platzhirschen scheut.

Das etwas nicht stimmt, sieht man auch an den großen Preisunterschieden zwischen einzelnen Anbieter. Ein Haushalt in Essen zahlt rund 300 € weniger im Jahr als in Düsseldorf.

Der Wettbewerb ist zwar in Fahrt gekommen, es gibt aber noch zu viele Hindernisse. Vielfach verhindern die großen der Branche, dass Wettbewerber Gas durch die Fernleitungen schicken können. Durch verschiedene voneinander abgetrennte Marktgebiete [12] ist auch eine Art Wegelagerei entstanden, wo neue Konkurrenten kräftig eine Art Maut entrichten müssen. Im Ergebnis können neue Anbieter keine attraktiven Angebote machen. Problematisch ist auch die Stellung von E.on Ruhrgas. Das Unternehmen importiert rund 55 % des Erdgases, welches nach Deutschland fließt. Hier besteht eine große Marktmacht den Preis im eigenen Sinne zu gestalten, weil viele Nachfrager nicht auf alternative Anbieter ausweichen können.

Was muss getan werden?

     

  •  Wir wollen, dass große Marktakteure wie E.on Ruhrgas Teile ihres importierten Erdgases versteigern müssen. Das fordert auch die EU-Kommission.
  • Die großen Überland-Pipelines und die Gasspeicher müssen unabhängiger bewirtschaftet werden. Hier gibt es zu viel Diskriminierungspotential
  • Die Bundesregierung hat die rechtlichen Kompetenzen die vielen Marktgebiete zu verschmelzen. Das muss dringend passieren, damit Mautstellen für neue Konkurrenten wegfallen.
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Die Gaspreise müssen nicht niedrig, aber fair und transparent sein. Die Studie soll dazu einen Beitrag leisten!