Die Antworten der Bundesregierung auf unsere Fragen zu der Entwicklung der Strompreise für die unterschiedlichen Kundensegmente macht deutlich:
- Für private Haushalte sind die Preise von Sommer 2008 zu Sommer 2014 im Bundesdurchschnitt um 38 % gestiegen.
- Für die energieintensive Industrie sind sie dagegen im gleichen Zeitraum um 1 % gefallen.
- Für das Gewerbe sind die Preise um 14 % gestiegen.
- Und für Stadtwerke u.a. sind die Einkaufspreise für Strom im selben Zeitraum um 46 % gesunken
Was kann man aus diesen Daten herauslesen?
- Die Preise im Großhandel (Börse) haben sich seit 2008 nahezu halbiert. Deswegen kaufen Stadtwerke & Co auch mittlerweile deutlich billiger Strom ein ( minus 46 %).
- Davon profitiert insbesondere die energieintensive Industrie, die mittlerweile weniger für ihren Strom zahlt als im Sommer 2008 (minus 1 %). Ungefähr die Hälfte der Firmen in diesem Segment zahlt zusätzliche keine EEG Umlage (hier sind die Preise wesentlich deutlicher gesunken).
- Das Gewerbe profitiert zum einen von den gesunkenen Börsenpreisen muss aber die volle EEG Umlage entrichten. Deswegen steigt hier der durchschnittliche Preis um 14 %
- Bei den privaten Haushalten steigen die Preise überdurchschnittlich (38 %), weil die Stromverkäufer (Stadtwerke, RWE etc.) die gesunkenen Einkaufspreise nicht vollständig an sie weitergeben und die Haushalte die volle EEG Umlage entrichten müssen.
- Im Firmensegment gibt es deutlich mehr Wettbewerb, deswegen profitieren größere Abnehmer relativ zeitnah von sinkenden Börsenpreisen. Im Privatkundengeschäft gibt es zwar auch viele Anbieter, hier ist die Wechselrate aber deutlich geringer. In der Regel gibt es auch einen relativ teuren Grundversorger vor Ort und die Wettbewerber passen sich diesem Niveau an.
Bärbel Höhn:
„Die Großhandelspreise sind seit 2008 um rund 5 Cent die Kilowattstunde gefallen. Gleichzeitig ist die EEG Umlage um 5 Cent gestiegen. Leider ist bei den privaten Haushalten nur der preissteigernde Faktor angekommen. Hier kann man den Verbrauchern nur raten stärker die Preise der unterschiedlichen Anbieter zu vergleichen.
Als Grüne wollen wir erreichen, dass mehr Industriebetriebe den Ausbau der Erneuerbaren Energien mitbezahlen und dadurch die privaten Haushalte entlastet werden. Momentan subventionieren hauptsächlich die Verbraucher den Stromverbrauch im Braunkohleabbau oder in Schlachthöfe mit rund 5 Milliarden Euro im Jahr. Nächstes Jahr wird es auch trotz der gesetzlichen Reformen nicht besser aussehen.“
