Mehr als 100 Millionen nicht mehr gebrauchte Handys liegen in den Schubladen der Bundesbürger. Die darin enthaltenen Rohstoffe summieren sich auf rund 120 Millionen Euro. Bärbel Höhn als Vorsitzende des Umweltausschusses hat zusammen mit den anderen Fraktionen hier im Reichstag zu einer Althandy-Sammelaktion aufgerufen – um wenigstens einen kleinen Teil dieses „Schubladen-Schatzes“ zu heben und zu recyceln.
Der Rücklauf der Sammlung war enorm: 2500 nicht mehr gebrauchte Handys sind seit Juni zusammen gekommen und wurden heute auf der Wise vor dem Reichtstag präsentiert. Sie stammen von den Abgeordneten und Mitarbeitern. Die meisten Handys wurden aber vor Ort in den Wahlkreisen gesammelt. Oftmals per Ankündigung in den Regionalzeitungen oder auf Marktständen.
Die meisten Geräte werden recycelt. Aus den 2500 Althandys können rund 22 kg Kupfer gewonnen werden. Gold ist ebenfalls enthalten, aber nur zu einem geringen Teil. Wenn man dies aber auf die 2500 gesammelten Handys hochrechnet, müssen über 60 Tonnen Golderz nicht gesprengt und verarbeitet werden - mit allen negativen Umweltfolgen wie bspw. dem Quecksilbereinsatz. Bärbel Höhn dazu: „Alte Handys werden immer mehr zu wichtigen Rohstoffquellen. Das Recycling der Althandys schont knappe und teure Edelmetall-Ressourcen. Außerdem wird die schadlose Entsorgung gefährlicher Schwermetalle ermöglicht.“ Neben dem Recycling werden die neueren und funktionsfähigen Handys in Schwellen- oder Entwicklungsländern nach einer Löschung der Daten wieder verkauft. Übergeben werden die Althandys der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Sie sammelt seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gebrauchte Handys und bekommt von der entsorgenden Telekom für jedes Gerät einen festen Betrag. Dieser wird in Umweltschutzprojekte der DUH investiert, insbesondere für Naturschutzprojekte der Netzwerke Lebendige Flüsse und Lebendige Wälder.
