Über 100 Millionen nicht mehr gebrauchte Handys liegen in deutschen Schubladen. Darin enthalten sind über 25 Tonnen Silber oder 900 Tonnen Kupfer. Diesen Schatz zu heben, hat sich die grüne Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn aus Oberhausen zum Ziel gesetzt. Zusammen mit Abgeordneten aus allen anderen Parteien im Bundestag hat sie über 1200 nicht mehr genutzte Handys für einen guten Zweck gesammelt.
„Von Zeit zu Zeit den eigenen Schreibtisch aufzuräumen und alte Handys fachgerecht zu entsorgen, lohnt sich für die Umwelt. Dass innerhalb von vier Wochen über eintausend Geräte zusammengekommen sind, die nun ordentlich wiederverwendet oder recycelt werden können, freut uns sehr“, erklärte Bärbel Höhn.
Viele alte Handys werden ausrangiert, obwohl sie noch voll funktionstüchtig sind. Die getrennte Sammlung ermöglicht eine Wiederverwendung dieser Geräte und ist auch für defekte Mobiltelefone der beste Entsorgungsweg. Alte Handys enthalten eine Vielzahl wertvoller Rohstoffe wie Kupfer, Gold oder Silber, die sich nach einem hochwertigen Recycling weiterverwenden lassen. Insbesondere die so genannte Leiterplatte des Handys enthält kostbare Edelmetalle. Durch den Recyclingprozess können diese Materialien zurückgewonnen werden. Damit stehen sie im Rohstoffkreislauf wieder zur Verfügung und müssen nicht unter großen Umweltproblemen in den Minen neu gefördert werden. Die Handys haben die Abgeordneten zum Recycling jetzt an den Umweltverband DUH (Deutsche Umwelthilfe) vor dem Reichstag übergeben. Für jedes gespendete Handy erlöst die DUH rund 3 € und finanziert damit Naturschutzprojekte.
„Wir haben in den Bundestagsbüros gesammelt, aber hauptsächlich in unseren Wahlkreisen. In Oberhausen haben uns Bürger über 100 Handys gebracht. Wir waren sehr überrascht von den vielen Spenden. Erst hatten wir nur kleinere Kisten und mussten dann aber auf Schubkarren zum Sammeln umsteigen.“, so Höhn.

