Über 200.000 Beschwerden zum Telefonmarkt sind kein Pappenstil. Vor allem das Ärgernis der Telefonwerbung beschäftigt die Behörden unverändert. Verbraucherzentralen können davon auch ein Lied singen. Marktberichte aus Verbraucherperspektive gibt es nicht. Wir haben die Antwort auf unsere kleine Anfrage (BT-Drs 17/3216) ausgewertet:
Über 200.000 Beschwerden zum Telefonmarkt sind kein Pappenstil. Vor allem das Ärgernis der Telefonwerbung beschäftigt die Behörden unverändert. Verbraucherzentralen können davon auch ein Lied singen. Marktberichte aus Verbraucherperspektive gibt es nicht. Bei vielen Fragen hat die Bundesregierung gar keine Daten, z.B. zum Preisniveau im Mobilfunk oder bei Betrugsfällen. Hier fehlt ein Marktwächter, der den Markt beobachtet.
Zwölf Jahre nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes wird immer deutlicher: ohne faire Leitplanken werden Verbraucherinnen und Verbraucher abgezockt. Schritt für Schritt werden die gesetzlichen Standards für Preise und Vertragsbedingungen gesetzt. Die unsichtbare Hand der Märkte funktioniert zu oft zugunsten der rücksichtslosen Gewinnmaximierer und Betrüger, zu selten zum Wohl der Allgemeinheit.
Zahlen
- Tabelle mit Preisobergrenzen:
· 0137X: 0,14-1 €/ Anruf
· 0180X: 0,039- 0,42 €/ Minute
· 0900X: 3 €/ Minute bzw. 30 €/Anruf
· kostenlos: 116X, 0800, 110, 112
- Rechtsverstöße:
· 25 (seit 2007) wg fehlender Preisansage
· 28 kurzfristige Preiserhöhung bei Call-by-Call
· 6 kurzfristige Preiserhöhung bei Internet-by-Call
· 303 Inkassierungsverbote
· 491 abgeschaltete 090- Nummern in den letzten 2 Jahren
- Beschwerden
· 204.743 wegen unlauterer Telefonwerbung und Rufnummernmissbrauch
· 79.447 schriftliche Beschwerden zu unlauterer Telefonwerbung
- Keine Antworten auf Fragen Nr. 5,6,9,10,12,21
Ankündigungen
- Preisansagepflicht für Call-by-Call (Rechtsverordnung)
- Kostenlose Warteschleife
