Heute hat der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen über die kanadische Robbenjagd diskutiert. In der Sitzung hat ein Vertreter der Tierschutzorganisation International Fund für Animal Welfare (IFAW) noch einmal die grausamen und tierquälerischen Bedingungen der Robbenjagd veranschaulicht. Vor allem Jungtiere im Alter von 3 Wochen bis einem Jahr werden brutal erschlagen oder erschossen und dann mit Enterhaken an Bord gezogen. Nach Untersuchungen von Tierärzten leben 40% der Robben noch, wenn ihnen das Fell abgezogen wird. Allein dieses Jahr sind 335.000 Robben von der kanadischen Regierung zur Tötung freigegeben worden.
Dieses brutale Gemetzel darf nicht länger durch die Einfuhr von Robbenprodukten wie Pelzen oder Omega3-Ölen unterstützt werden! Wir Grüne haben deshalb eine fraktionsübergreifende Initiative für ein nationales Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte auf den Weg gebracht. Ein Antrag, der die Bundesregierung zum Erlass eines Einfuhrstopps auffordert, wurde gestern bereits von der grünen Fraktion beschlossen. Auch CDU, SPD und LINKE haben grundsätzliche Zustimmung signalisiert. Entsprechende Einfuhrverbote für Robbenprodukte gibt es zum Beispiel schon in den USA und Mexiko. Auch in Belgien und den Niederlanden wurden Importverbote beschlossen und zum Teil auch schon von der EU genehmigt.“
Bärbel Höhn hat die kanadische Robbenjagd dieses Jahr auf Einladung des IFAW als internationale Beobachterin dokumentiert. „Als ich die grausamen Bilder der gequälten und getöteten Robben vor Ort gesehen habe war für mich klar: Da muss etwas geschehen, wir brauchen einen Einfuhrstopp. Ich hoffe, dass sich hierfür jetzt ein parteiübergreifender Konsens abzeichnet. Es gibt gute Anzeichen dafür.“
