22.10.2008

Windvergütung billiger als Atomstrom

Eine Autragsstudie der grünen Bundestagsfraktion macht deutlich, dass gerade die Windenergie immer konkurrenzfähiger wird. Vergleicht man die Windvergütung mit dem Börsenpreis ist die erneuerbare Alternative vielfach günstiger.

 

Hauptergebnis der LBD-Studie

Wenn man heute an der Börse Strom für die folgenden (Monate, Quartale oder) Jahre (2009-2014) einkauft, zahlt man tagsüber an Werktagen (8-20 Uhr) rund 10-11 Cent für die kWh. Die gezahlten Windvergütungen liegen aber im selben Zeitraum zwischen 6 und 9 Cent, je ach Alter der Anlage.

 

Die Windenergie ist somit kein Zuschussgeschäft mehr für die Verbraucher, sondern die steigenden Preise werden aktiv auf zwei Weisen gedämpft:


- An Tagen mit viel Wind sinkt der Preis an der Börse, weil weniger Nachfrage vorhanden ist. 2006 haben die Erneuerbaren die Börsenpreise um 5 Mrd € gedrückt. Dieses Jahr dürfte es noch deutlich mehr werden.
- EEG-Windabnehmer wie Stadtwerke zahlen vielfach weniger, als wenn sie an der Börse einkaufen würden.

 

Zur Erläuterung

Auf dem Terminmarkt kaufen Stadtwerke oder Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft bestimmte Strommengen zu bestimmten Preisen. Zwar wird an der Börse nur rund 20% des deutschen Stromverbrauches gehandelt, die Preise bilden aber die Messlatte für bilaterale Verträge bspw. zwischen Stadtwerken und Lieferanten wie E.on.


An der Börse werden die einzelnen Stromerzeugungsarten nicht getrennt verkauft, d.h. im eingekauften Strom für 10 bzw. 11 Cent tagsüber (Peakload) findet man neben Strom aus Kohle- oder Wasserkraftwerken auch die Produktionsleistung aus AKW's. Die durchschnittliche Windvergütung von 8-9 Cent ist damit mittlerweile billiger.


Wie kommt es zu der Entwicklung? Der Strom aus Wind ist im Laufe der letzten Jahre immer günstiger, der Börsenstrom immer teurer geworden. Insbesondere seit Ende letzten Jahres ist der Terminmarktpreis von rund 8 Cent auf 10/11 Cent hochgeschnellt. Der Grund: Der steigende Ölpreis verteuert über die Ölpreisbindung automatisch das Gas – und Gaskraftwerke bestimmen vielfach aufgrund der Preisbildung an der Börse (merrit order) den Strompreis. Nach dem Ölpreisrückgang in den letzten Monaten ist zwar wieder eine Absenkung der Preise zu beobachten – die bisher gemittelten Werte in der Studie entsprechen aber ungefähr dem heutigen Preisniveau – so dass sich vorläufig an der Aussagekraft der Studie nichts ändert.


Und das ganze noch einmal komplizierter zusammengefasst

- tagsüber (8 bis 20 Uhr) an Werktagen (Peakload_ Angebotskategorie an EEX) sind alle Windenergieanlagen (WEA) in Deutschland 1 bis 5 Cent billiger als der Börsenstrom


- im Baseload-Produkt (arithmetische Mittelwert der Strompreise aller Stunden von 0-24 Uhr) sind die durchschnittlichen Vergütungssätze für Wind 0,5-2 Cent über dem Börsenpreis


-   Ältere WEA an windreichen Standorten – die nur die Basisvergütung von 6,19 Cent bekommen - liegen auch im Baseload ständig unter dem Börsenpreisniveau

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