04.09.2009

Studie: mehr Krebsfälle in Umgebung von AKW

Wer nahe an einem AKW wohnt, trägt ein höheres Leukämierisiko als Andere. Besonders gefährdet sind kleine Kinder. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie von Prof. Dr. med Eberhard Greiser, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Für die Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und die USA wurden rund 20 % mehr Leukämiefälle bei Kleinkindern in der Umgebung von Atomkraftwerken fest gestellt - d.h. in einem Umkreis von 20-50 Kilometern wurden deutlich mehr Krebsfälle gefunden, als man eigentlich statistisch hätte erwarten können.

Schon häufig sind in den letzten Jahren beunruhigende Studien über erhöhte Leukämie-Häufigkeiten bei Kindern in der Umgebung von Kernkraftwerken publiziert worden. Zuletzt sorgte die als weltweit einmalig und innovativ gerühmte deutsche KiKK-Studie im Dezember 2007 für Furore. Sie zeigte eine bis 50 Kilometer Entfernung nachweisbare Erhöhung des Erkrankungsrisikos bei Säuglingen und Kindern unter 5 Jahren.

Trotz des von Experten gelobten Studiendesigns gab es vielfältige Kritik. Mit der vorgelegten Studie wird das Thema vertieft und die Datenbasis erheblich erweitert. Damit ist die vorliegende Meta-Analyse die weltweit umfassendste zur Problematik von kindlichen Leukämien in der Umgebung von Kernkraftwerken.

 

Studienergebnisse ernst nehmen - Vorsorge ausbauen

Wir fordern die Regierung auf, nun endlich ihre Vorsorgepflicht ernst zu nehmen und die Untersuchung und Erforschung radioaktiver Niedrigstrahlung auszubauen. Zentraler Untersuchungsgegenstand der Strahlenforschung in den nächsten Jahren muss die Erforschung der Wirkung von andauernder atomarer Strahlung unterhalb der zulässigen Grenzwerte auf den menschlichen Organismus und insbesondere auf junges und ungeborenes Leben sein.

 

Atomausstieg beschleunigen

Aus Vorsorgegründen müssen auch die ältesten Meiler sofort still gelegt werden, weil hier im Normalbetrieb die meiste Radioaktivität entweicht. Es gibt bisher zwar keine nachgewiesen Kausalität, aber eine erdrückende Indizienlast, dass die naheliegenden AKW's für die gehäuften Krebsfälle verantwortlich sind.