03.01.2011

Kurzgutachten: Nicht gerechfertigte Preiserhöhungen beim Strom

Zum Januar 2011 erhöhen rund 500 Versorger die Strompreise. Die von uns in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis: Die Preise dürfen eigentlich nicht steigen, weil die Einkaufspreise der Versorger stark gefallen sind.

 

Wichtigste Ergebnisse der Studie:

1.) Die Strompreise dürften zum 1. Januar aufgrund der EEG-Umlage nicht steigen, weil die Einkaufspreise für Strom seit 2008 deutlich gefallen sind
2.) Die Strompreise sind in den beiden letzten Jahren um 10 % gestiegen, während die Kosten für die Versorger im gleichen Zeitraum um 21 % gesunken sind.
3.) Versorger stellen den Kunden 2011 durch die angekündigten Preiserhöhungen rund 2 Mrd. € zuviel in Rechnung
4.) Seit 2006 haben sich die Gewinnmargen der Stromversorger mehr als verdreifacht

Die Studie analysiert die Preispolitik der Energieversorger im Hinblick auf die privaten Endkunden. Hier ist auffällig, dass die angestammten Versorger eine ziemlich eigenwillige Preispolitik verfolgen. Sie geben gesunkene Einkaufspreise nicht weiter und nutzen die steigenden EEG-Umlagen, um Preiserhöhungen durchzusetzen und die eigenen Gewinnmargen zu erhöhen.

Warum können die Versorger sich das trotz Wettbewerb im Markt erlauben? Die Wechselquote der Kunden ist einfach zu niedrig. Die Gesamt-Wechselquote zu neuen Anbietern stagniert bei unter 14 %, d.h. nur jeder 7 Haushalt hat die Preise verglichen oder ist aus ökologischen Gründen zu einem Ökostromanbieter gewechselt. Die Kunden mit "Wechselnaturell" haben längst gewechselt. Weitere größere Kundenabwanderungen sind für die Versorger scheinbar nicht zu erwarten. Deshalb traut man sich auf breiter Front die Preise zu erhöhen, weil das Gros der Kunden weiterhin bereit ist die hohen Preise zu zahlen.