Im Jahr 2011 wurden knapp 80 Prozent der in Deutschland verbrauchten Steinkohle aus dem Ausland importiert. Ökologische, soziale und arbeitsrechtliche Standards werden zwar betont, die Realität sieht aber oft ganz anders aus:
Nicht nur aus Kolumbien, sondern auch aus vielen anderen Steinkohleexportnationen kommen immer wieder Meldungen, wonach der Kohleabbau mit einer massiven Abholzung ökologisch wertvoller Waldgebiete und einer Belastung von Böden und Gewässern einhergeht sowie ganze Landstriche irreversibel zerstört werden. Oftmals wird die vom Kohleabbau betroffene lokale Bevölkerung nicht angemessen umgesiedelt und entschädigt oder im Extremfall sogar gewaltsam vertrieben. Der hohe Flächenbedarf der Kohletagebaue vernichtet tausende Hektar landwirtschaftlicher Nutzflächen. Zusätzlich gefährden der hohe Wasserverbrauch und die oftmals notwendigen Flussumleitungen die Nahrungsgrundlage der betroffenen Menschen. In den
Minen werden Arbeitsschutzrichtlinien häufig nicht eingehalten, mit der Folge von z.T. schweren Erkrankungen der Minenarbeiter und der lokalen Bevölkerung. Die gewerkschaftliche Organisation der Arbeiterinnen und Arbeiter – insbesondere der Leiharbeiterinnen und –arbeiter – wird oftmals systematisch durch die Bergbauunternehmen behindert. Die Mitbestimmungsrechte indigener Gemeinschaften in Bezug auf Landnutzung und Rohstoffvorkommen werden nicht oder nur unzureichend beachtet.
Grüner Antrag: Mehr Transparenz schaffen
Die deutschen StromverbraucherInnen haben ein Recht darauf, zu erfahren, von wo und unter welchen Bedingungen deutsche Unternehmen Steinkohle für die Stromerzeugung beziehen. Ohne die notwendigen Transparenz- und Rechenschaftspflichten kann nicht nachvollzogen werden, ob die deutschen Unternehmen ihre menschenrechtliche, ökologische und soziale Verantwortung auch wahrnehmen.
