23.11.2009

Entscheidung der EU-Kommission zur Förderung von CCS-Projekten

Am 16. Oktober 2009 hat die EU-Kommission dem Europäischen Parlament eine vorläufige Liste ausgewählter CCS-Projekte übermittelt, die für eine Förderung im Rahmen des europäischen Konjunkturprogramms (EEPR) ausgewählt wurden. Das EU-Parlament kann innerhalb einer Frist von vier Wochen Einwände erheben (dies ist bis jetzt nicht der Fall). Kommende Woche (48. KW) soll die finale Liste der zu fördernden Projekte veröffentlicht werden. In dieser ersten Auswahl werden fünf Demonstrationsprojekte jeweils EU-Fördermittel in Höhe von 180 Million € erhalten. Die nationalen Regierungen werden weitere 180 Millionen € bezuschussen. Ein weiteres Projekt in Italien wird zudem mit 100 Millionen Euro unterstützt. Unter den ausgewählten Projekten, die im Rahmen des Auswahlverfahrens durch die EU-Kommission als "sehr gut" und damit förderungswürdig bewertet wurden, zählen:

Jänschwalde, Deutschland (Vattenfall)

Maasvlakte, Niederlande (Eon)

Belchatow, Polen (PGE)

Hatfield, Großbritannien (Powerfuel)

Compostilla, Spanien (Endesa)

Porte Tolle, Italien (Enel)

2010 wird aus dem Fördertopf der 300 Mio. CO2-Zertifikate (CO2-Handel) die größte Summe für CCS-Anlagen bereitgestellt. Bei einem Preis von 20-30 € pro Tonne CO2 stünden 6 bis 9 Mrd. € zur Verfügung. Der Löwenanteil steht nach jetziger Information für CCS bereit (andere Teile fließen in Windkraftprojekte,…). Für diese Fördersummen sind insgesamt 12 Pilotprojekte ausgewählt. Die bereits jetzt bezuschussten sechs CCS-Anlagen werden sicherlich auch wieder dabei sein. Auch wenn RWE die Planung in Hürth vorerst gestoppt hat, kann es noch einen Zuschlag bekommen. Laut Kriterien der EU zur Förderung von CCS-Pilotanlagen (siehe unten) sind die Chancen jedoch relativ gering (in einer Nation soll immer nur eine CCS-Pilotanlage gebaut werden und jetzt ging ja bereits der Zuschlag an Jänschwalde)

aus:

www.iz-klima.de/aktuelles/newsdetails/article/sechs-ccs-projekte-fuer-foerderung-aus-

dem-eu-konjunkturpaket-vorgeschlagen.html

www.reuters.com/article/idUKLG28841420091016

ec.europa.eu/energy/grants/2009_07_15_en.htm

 

Kriterien der EU zur Förderung von CCS-Anlagen:

Im Rahmen des EEPR sind knapp 1,05 Milliarden € für 2009 und 2010 zur Erforschung und Förderung von CCS vorgesehen. Die oben benannten Projekte haben diese Kriterien am besten erfüllt:

     

  • 1.     es werden nur CCS-Projekte gefördert, die 2009 bereits ein ausgereiftes Konzept zur CCS-Abscheidung haben (Großkraftwerk, mögliche Lagerstätten und ein Konzept für den Transport von CCS)
  • 2.     es muss sichergestellt sein, dass die Versuchsanlage im gesamten Zeitraum über eine ausreichende Bonität verfügt
  • 3.     die EEPR-Zuschüsse dürfen nicht mehr als 80% der Investmentkosten betragen
  • 4.     ein klares Bekenntnis der lokalen Behörden zur CCS-Erforschung und der verbundenen Genehmigungsverfahren
  • 5.     um unterschiedliche geologische Konditionen zu erforschen und eine europaweite Technologieförderung zu erhöhen, soll jeweils nur eine Anlage pro Mitgliedsland gefördert werden
  • 6.     in den CCS-Kraftwerken müssen mind. 80% des CO2-Ausstosses in die Erdschichten transportiert werden können und somit "vorerst" nicht in die Atmosphäre gelangen
  • 7.     das Kraftwerk muss eine Mindestkapazität von 250 MW besitzen
  • 8.     Inbetriebnahme der Anlage spätestens am 31.12.2015
  • 9.     die bezuschussten Unternehmen erklären sich bereit, das erworbene Wissen zur CO2-Speicherung einem großen Kreis bekanntzumachen, um zum Strategic Energy Technology Plan for Europe beizutragen
  •  

 

aus: Document - REGULATION OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE

COUNCIL establishing a programme to aid economic recovery by

granting Community financial assistance to projects in the field of energy