12.07.2012

Autorenpapier: Die Energiewende braucht einen neuen Energiemarkt

Zusammen mit Franz Untersteller (grüner Umweltminister in Baden-Württemberg), Jürgen Trittin und Oliver Krischer (MdB) hat Bärbel Höhn heute ein Autor/innenpapier zum Thema "Kapazitätsmärkte" vorgestellt. Darin fordern die vier ein neues Instrument auf dem Energiemarkt.

Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie die verschärfte Wettbewerbsintensität unter den Stromerzeugern wird dazu führen, dass konventionelle Kraftwerke – die mit Kohle und Erdgas betrieben werden – immer weniger Betriebsstunden erreichen und zunehmend aus dem Markt verdrängt werden. Durch den Ausbau der fluktuierenden Erneuerbaren Energien benötigt Deutschland jedoch auch Kapazitäten, die je nach Bedarf rasch zu- oder abgeschaltet werden können, wenn der Wind nicht bläst und die Sonne nicht scheint. Daher wird momentan über Modelle diskutiert, welche Anreize in Kapazitäten setzen, die jederzeit verfügbar sind.

Ein derzeit diskutiertes Instrument ist die Schaffung von Kapazitätsmärkten, also einer Vergütung für die Bereitstellung von Kapazitäten zur Abdeckung der Stromversorgung durch Ausschreibungsmodelle. Diese Kapazitäten müssen jedoch durch hohe Anforderungen an Effizienz, Emissionen, Flexibilität und Verfügbarkeit qualifiziert werden. Dabei kommen neben Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) u.a. Potenziale der Laststeuerung, Stromspeicherung und Verstetigung der Erneuerbaren Energien (z. B. über Biogas) in Frage.

In dem Autorenpapier der Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin, Bärbel Höhn und Oliver Krischer sowie dem baden-württembergischen Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft wird dazu nun eine Diskussionsgrundlage geliefert.