Ist der Staat Preistreiber bei den Strompreisen? Oder sind es doch die Erneuerbaren? Eine kleine Replik auf die Ausführungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft.
Zu steigenden Strompreisen
Seit dem Jahr 2008 sind die Großhandelspreise für Strom um 30 bis 40 % abgesackt. Das wird nicht an die Kunden weiter gegeben. Stattdessen macht der BDEW Stimmung für weitere Erhöhungsrunden beim Strompreis. Aufgrund der gesunkenen Großhandelspreise dürfte es zum nächsten Jahr eigentlich keine Preiserhöhungen geben. Die Erneuerbaren Energien werden immer mehr als unrechtmäßiger Erhöhungsgrund missbraucht.
Zur steigenden EEG-Umlage
Die Kosten durch Erneuerbare Energien sind dieses Jahr gestiegen und gerade bei Photovoltaik-Anlagen müssen wir auch schauen, wie wir die Kosten in den Griff bekommen. Wichtig ist aber auch den entlastenden Effekt zu betrachten. Weil es mehr Stromangebot durch Wind oder Biomasse gibt, sinkt auch der Preis an der Börse. Für die Jahre 2006 bis 2008 liegen hierfür Zahlen des Fraunhofer-Institutes vor. Belastungen der Stromkunden und die preisdämpfenden Effekte von Erneuerbaren Energien halten sich dabei fast die Waage. Unter’m Strich wurden die Strompreise durch Erneuerbare Energien sogar um 170 Mio € gesenkt.
Zu BDEW Vorwurf „Staat ist Preistreiber bei Strompreisen“
Die BDEW Zahlen hinken, weil hier ein besonders günstiger Zeitausschnitt gewählt wurde. Statt dem Jahr 1998 muss man zum Strompreisvergleich das Jahr 2000 nehmen. Erst zu diesem Zeitpunkt ist der Wettbewerb richtig angelaufen mit entsprechend niedrigen Preisen. Diese haben sich seitdem auf der Ebene des Großhandels teilweise vervierfacht – genauso wie die Gewinne von E.on, RWE und EnBW. Der Grund: die großen Energieversorger haben wieder angefangen ihre Marktmacht auszuspielen. Fakt ist: Der Strompreis könnte aktuell deutlich niedriger sein, wenn es mehr Wettbewerb bei der Stromerzeugung in Deutschland geben würde. Nicht der Staat treibt in erster Linie die Preise, sondern die großen Energieversorger spielen ihre Marktmacht aus und steigern ihre Kapitalrenditen von Jahr zu Jahr.
