
Die Ergebnisse der kleinen Anfrage "Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren" an die Bundesregierung ist erschütternd: Nicht nur steigt seit Jahren steigt die Zahl der geschlachteten Tiere in Deutschland an - auch wird dabei der Tierschutz immer öfter außen vor gelassen.
Immer mehr Schlachtungen
Seit 2005 gibt es nach Angaben der Bundesregierung rund 25% mehr Schweineschlachtungen (60 Mio. in 2011) und 38% mehr Geflügelschlachtungen (2011 708 Mio. Tiere) - wobei allein von 2010 auf 2011 20 Mio. mehr Geflügelschlachtungen mehr durchgeführt wurden. Ursache hierfür ist die Fleischexportstrategie der Bundesregierung und die damit verbundene Zunahme an Mega-Mastanlagen.
Unnötiges Leid
Zudem müssen wegen der Akkordarbeit in den Schlachthöfen müssen die Tiere unnötig leiden. Beim Schlachten eines Schweins etwa bleiben 5 Sekunden für das Ausführen des Entblutestichs - entsprechend hoch ist die Fehlerquote: Bei Schweinen etwa versagt die Betäubung mit handgeführten elektrischen Betäubungsanlagen bei mehr als 10% der Tiere, bei Rindern gibt es eine Fehlbetäubungsrate zwischen 4 und 9%.
Ursache hierfür ist auch die schlechte Ausbildung: 15% der Beschäftigten sind ohne abgeschlossene Berufsausbildung, bei weiteren 23% der Beschäftigten ist die Qualifikation nicht bekannt, zudem gibt es keinen Branchen-Mindestlohn.
Dringender Handlungsbedarf
Offensichtich wird auch, dass die Regierung sich verweigert, die Zusammenhänge zwischen den Arbeitsbedingungen und dem mangelnden Tierschutz beim Schlachten anzuerkennen. Keines der bislang angewandten Kontrollsysteme zur tierschutzgerechten Betäubung und Entblutung ist zuverlässig. Die Bundesregierung weist hier stets auf die Verantwortung des Schlachtunternehmers für die Einhaltung der Vorschriften bzw. die Kontrolle durch die Länder.