
Anlässlich der Funde von Nikotin in Eiern erklärt Bärbel Höhn, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
Wir steuern gerade auf einen großen Lebensmittelskandal zu. Vermutlich sind über 100 Millionen Eier aus Käfighaltung seit einigen Monaten belastet in den Handel gelangt. Nikotin ist hochgiftig und hat in Eiern rein gar nichts zu suchen. Es gilt Null-Toleranz für Nikotin in Eiern. Landwirtschaftsminister Ehlen muss jetzt alle Karten auf den Tisch legen und darf seinen nachgeordneten Behörden keinen Maulkorb verpassen. Jetzt gilt es zu klären wohin die Eier geliefert wurden und welche Produkte eventuell belastet sind.
Was sich gerade abzeichnet ist ein Komplettversagen der niedersächsischen Behörden. Zwischen der anonymer Anzeige Anfang Januar und den Kontrolluntersuchungen bei der betroffenen Firma lagen mehr als zwei Monate. 2 ½ Monate lang sind also sehr wahrscheinlich nikotinhaltige Eier in den Handel gelangt. Bei der Größenordnung von mehr als 1 Millionen betroffenen Käfighennen reden wir über rund 100 Millionen Eier. Erst am 20. März wurde durch die niedersächsischen Behörden getestet. Hierbei wurde noch Nikotin gefunden, obwohl der Einsatz von Nikotin im Rahmen von Schädlingsbekämpfung bereits 3 Monate zurücklag. Landwirtschaftsminister Ehlen hat es aber erst am 31. März geschafft einen Erlass zur Sperrung sämtlicher betroffener Betriebe auszugeben.
Der Skandal ist erst nach Recherchen von Journallisten ins Rollen gekommen. Das nährt den Verdacht, dass bewusst Informationen zurückgehalten wurden, damit die Käfighaltung von Hennen wieder eingeführt werden kann. Am Freitag verhandelt der Bundesrat auf Antrag von Niedersachsen, NRW und Mecklenburg-Vorpommern über eine Veränderung der Legehennen-Verordnung. Landwirtschaftsminister Ehlen will scheinbar um jeden Preis das von Renate Künast 2001 durchgesetzte Käfighaltungsverbot aushebeln.