
Auch 2012 stiegen die Strompreise, für 2013 sind weitere Preissteigerungen angekündigt. Verursacher hierfür ist laut Energieversorgern die Politik. Eine neue Studie im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion zeigt: Sinkende Börsenpreise für Strom werden nicht an Verbraucher weitergegeben.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
- Gesunkene Einkaufspreise haben die Stromversorger nicht an die Kunden weiter gegeben. Damit fallen aktuell die Stromrechnungen um 3 Milliarden Euro für die privaten Haushalte zu hoch aus.
- Auffällig ist, dass die Preise für die Großabnehmer von Strom (Industrie, Gewerbe etc.) seit 2008 um 3% gefallen sind, während die privaten Endkunden 20 % mehr zahlen dürfen. Die Verbraucher geraten damit in die Zange durch Stromversorger und Politik. Stromversorger geben Preissenkungen nicht weiter und die Politik lädt die Kosten der Energiewende (EEG und Stromnetze) hauptsächlich bei den Verbrauchern ab.
Meine Einschätzung
„Die Stromrechnungen für die privaten Haushaltskunden steigen unaufhaltsam, weil sie von Stromanbietern und der Politik gleichzeitig in die Zange genommen werden. Stromversorger wie E.on oder RWE machen erhöhte Gewinne, weil sie gesunkene Einkaufspreise nicht weiter geben. Und die Bundesregierung lädt die Kosten der Energiewende hauptsächlich bei den Verbrauchern ab, indem sie die Unternehmen breit entlastet. Das geht so nicht weiter. Die Verbraucher müssen verstärkt den Stromanbieter wechseln. Wenn die Wechselquote steigt, werden die angestammten Versorger merken, dass man dieses Kundensegment bei Preissenkungen nicht vergessen darf. Zudem müssen die Herausforderungen der Energiewende dringend gerechter verteilt werden. Es kann nicht sein, dass einkommensschwache Haushalte die Netzentgelte und die Förderung der Erneuerbaren Energien für die stromintensive Industrie mit bezahlen. Diese verdeckte Subventionierung nähert sich rasant der 100 € Marke im Jahr, die ein Haushalt für ein Chemie- oder Zementunternehmen mit bezahlt.“